Tag 11 & 12: No sleep ´til Hammersmith Vol II äh Omsk

Gestern Abend schrieb ich noch… War janz schön am rumheulen. Lag vllt. an der Übermüdung…
Jedenfalls am Sonntag Vormittag wach geworden, strahlendster Sonnenschein.
Erstmal zum Moped, gucken, ob es noch bzw. komplett da steht. Alles OK. Aber frisch, wirklich frisch und windig. Ich entschloß mich Richtung Omsk zu fahren.

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Mein Hotel in Ufa

Dat scheiß Navi… Ob mit downgeloadener Karte für Russland oder einer originalen Garmin Karte, es kennt noch nicht mal die Großstädte bei Tastureingabe. Geh ich auf die Bildschirmoberfläche mit abgebildeter Karte, zoome rein / raus. Omsk. Tippe es an und er berechnet die Route. HÄ?!? Versteh ick nisch!!! Kombutherlegasteniehger… Folge den Befehlen von Gunery Seargeant Garmin und lande auf einem Sandnebenweg. Geht steil bergauf, dann scharfe Linkskurve und bergab rechts rum. Alles voller ICH-FAHR-DEN-SCHLEICHWEG-ZUR-ARBEIT-Trixxern. War eher die Steilkurve aus Wietstock als die „Straße“ in einer Einfamilienhäuser-Gegend. Beim Halten, Anfahren, Stop-and-go, kippt das Ding mir fast um. Wäre Kipper zwei gewesen.
Es stinkt fürchterlich nach Sprit. Hmm, bei mir tröpfelt’s, nein, jetzt qualmt der auf den Krümmer tropfende äh laufende Sprit. Woher? Provisorium am Versager im Ar….? Nee, aus’m unteren Tank, aus dem Deckel läuft’s… Hä, zu viel getankt? Und heute ist es nisch heiß????? Und dann wird’s ja unten am Rahmen entsorgt von der Tankentlüftungsleitung. Später errechnet, waren ca. 2 Liter die ausliefen…..
Hab beide Benzinhähne auf ON gehabt. Also drückt nach Newton die Gewichtskraft den Sprit von Tank oben in den Tank unten. Und der sagt, nöö, bin voll, raus damit.

Nach einigen Sonderprüfungen in Form von Schlaglöchern – (oder heißt es dann Schlaggruben?) – verlasse ich Ufa. Ab Stadtgrenze bis Omsk, fast nur gute Straßen!!
Paar kleine Streckenabschnitte sind nicht so gut. Teilweise nagelneu gemacht!!
Fahre schon ein Weilchen bergauf, bergab, rechts, links… Teilweise wäre das was für unsere Kneepad Schleifer. Plötzlich Stau. Die Hauptverkehrsstraße, die M7 (Hallo Clemens) würden wir einspurige Landstraße pro Fahrtrichtung nennen. Es kommt keiner mehr entgegen. Also rauf auf die Gegenfahrbahn und ab die Post, LKW für LKW… Ahh, jetzt sehe ich was los ist. Die Versuchen mit Raupe und Kraz (Oder Herr Meier ist doch ein KRAZ?) einen von der Fahrbahn abgekommenen Sattelschlepper oder war es nur ein LKW – egal – flott zumachen. Da vorne ist auch Polizei. Ich halte mir mal mit dem Knipsen im Hintergrund. Es geht weiter.

Eine Anmerkung: Es ist ein Abenteuer von der gut gemachten Landstraße auf die Tanke zu kommen. Der Weg von Verlassen der Landstraße bis zum asphaltierten Bereich um die Zapfsäulen, ein Abenteuer. Man braucht eigentlich schon verschränkungsfreudigen Portalachs Offroader. Schaut euch die Bilder an. Entweder Betonplatten einfach hingeworfen oder mit der Zeit gewandert, eine nach oben die andere sonst wohin. Na, wie die Kontinentalplatten. Oder es waren einfach nur Naturboden oder Stahlplatten. Ick war immer froh, wieder heile auf die Straße zurück zu kommen. Tanken wie in den U.S.A. Erst bezahlen, Säulennummer und Sorte angeben, dann tanken…

Weiter geht’s. Schon kurz nach’m losfahren, wurde es immer frischer. Thermoeinsatz der Hose verloren und Beine wurden langsam kalt. Was für ein Zufall, meine mitgenommene Freestyler / Enduro / Offroad Hose lässt sich über das Beinkleid von Moped Aldi ziehen, incl. zu machen!! Tschagga. Je später der Abend, desto frostiger die Nacht. An der Tankstelle zeigt das Thermometer 4 ° auf der Celsius Scala.

 

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Mittlerweile wuchs ich zum Michelin Männchen. Tshirt, Thermohemd, Thermounterhose, 3 paar Socken, die Freestyler Hose, Regenjacke, Regenhose. Vor dem Anziehen der Regenjacke, stellte ich fest, es zieht unter der Jacke. Alles zu, Taille enger geschnallt, null Ergebnis. Die Jacke hat hinten unten eine Tasche. Wozu ???? Weiß Gott, ähh Louis. Also Handtuch gefaltet und rein in die Tasche.

Tankstelle Teil 2. Fahre vorsichtig auf ’ne Tanke. Menschenleer, einsam und verlassen… Out of order? OK. Fahre ich drüben auf die andere Seite zu der mehr oder weniger spiegelbildlichen Tanke. Starte und 2 Tölen kommen wie wild angerannt und wollen nur mein Bestes. Mein Bein?? Montiere mir jetzt wohl noch ’ne Flasche, kein NOS, Pfefferspray-Anlage…
Rübe(r) zur Tanke, niemand im Häuschen, Beine in Bauch stehen, zum anderen Laden latschen. Die Verkäuferin auf russisch irgendwas und zeigt auf eine schnell laufende Frau. Ahh, 2 Tankstellen und eine Bedienerin/ Kassiererin. Da muss sie sich mal was einfallen lassen am nexten Freitag beim Shopfloor. Prozessunsicherheit, wenn Kunde warten muss.
Jetzt geht mal auf WC oder zum Bezahlen… Tanken dauert ewig. Apropos WC. Wo sind die Toiletten. Fingerzeig auf ein Holzding. Hundehütte? Nee!! Eine Hütte und im Boden ein Loch… Danke…

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„Rastplatz“ Unisex Toilette

Langsam näher ich mir Omsk, lt. Navi. Plötzlich Straße zu Ende, Moder, Matsch.
Ein Gebäude gleicht einem Fuhrunternehmen, Gewerbepark, Beton, Kieswerk…
Alle LKW zeigen so einem Art Pförtner irgendwelche Papiere. Nö, ich will nach Omsk.
Smartphone raus und kieken, wo bin ick?? Navi zeigt nur weiter in die Richtung, sonst nisch. Bin an der Grenze zu Kasachstan. Direktester Weg Ufa – Omsk über Kasachstan für das Garmin. Als Inhaber von D-Pass brauch ick kein Visum, hab ick so im Kopf. Aber Ausreisen und dann wieder paar km weiter Einreisen in die Russische Föderation, ob das geht? Ohne Sprachkenntnisse… Lieber die 200 km zurückfahren nach Tscheljabinsk, dann Tjumen, und dann Omsk.
Kurz zuvor tankte ich noch auf diesem abgesoffenen Dings. Paar Stunden später steht der Typ wieder da und fast dieselbe Summe. Die verschlafene, äähhh, überarbeitete Nachtdienst Dame sah eine wenig erschrocken aus…

Irgendwann erreichte ich Omsk nach ca. 1785 km in durchgefahrenen 34 h. Macht einen Schnitt von 52 km/h. Alles fast alles einspurig, LKW über LKW. Ist eine Hauptroute. Es gibt nisch so viele Straßen hier.

„Kurz“ vor Omsk, wo genau, schon vergessen, jedenfalls ist es Sonntag und hell. Was hier wenig heißt. Sonnenaufgang so um halb drei!!!! P-Pause, rauf auf die Tanke. Steht ’n Mitsubishi PU mit Campercabine hinten drauf. Kennzeichen irgendwas mit ’nem D in den Sternen. Mitten in der Walachei, sorry in Sibirien, trifft man eine Alleinreisende Rentnerin. Respekt vor dem Mut! Heidelore aus Zwickau. Kurzer, netter Plausch und es geht weiter.

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Heidelore aus Zwickau und ihr Camper

Und heute Sonntag, d.h. LKW Verkehr wie immer und auf den vielen Landstraßen Baustellen wird gearbeitet.  G E A R B E I T E T !! Entweder ’n sch…. Betriebsrat oder da dürfen sich paar Wichtige bewähren oder alles Schraube’s Gedankenverwandte, Überstunden… Sonntagszuschläge… sabber, trief…
Oder Subotnik, freiwillige Aufbaustunden zum Festigen des Sozialismus. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Seid bereit, immer bereit.
In Omsk angekommen, per booking.com Hotel gesucht. Findet mal ’ne Straße, wenn das Navi nöö sagt. Also teure Daten auf’m Iphone verschwenden. Das Hinterhofhotel sah eher aus, wie man sich klischeemäßig ein Stundenhotel vorstellt. Und die Rezeptionsdame sah eher nach der „Dame“ des Hauses aus. Das Hotel hatte wohl mal bessere Zeiten gehabt, wohl noch unter Gromyco oder Breschenjew… Stank nach Reiniger und Duftbäumchen.

Und langsam passe ich mich der Fahrmentalität hier an, zumindest in der Stadt. Ach ja, als es gestern noch hell war, fuhr vor mir ein v o r b i l d l i c h e r LKW Fahrer. Straße wird schlechter, er geht vom Gas, angepasste Geschwindigkeit, während andere uns überholen. Sobald was an Schlagloch kommt, zieht er weiter nach rechts oder links und ich kann dich aufbleiben. Bei ausreichend Abstand / ausreichend Schlaglochsichtweitenwerde ich überholt und überholt und immer weiter zurückgereicht. Will ja auch mal ankommen. Leider ist er irgendwann abgebogen zur Tanke. Ansonsten 2 Goldwings mit Kennzeichen RUS  haben mir überholt, ein Japan Chopper und zwei vermutliche West Europäer kamen mit ihren Alukisten Dickschiff mir entgegen.
In den Städten größere Städte sieht man paar Enduro oder Heizer. Ansonsten ist hier nix groß mit Moped. Sibirien Saison Kennzeichen 7/8……
Teilweise schöne Strecken zum Motorradfahren / wander. Bisschen mehr Federweg, R1 mit dem Federweg einer YZF für die Heizfraktion. Ja und morgen ist sowas im Netzt als Photoshop oder in der Kustombike zusehen.

ALUHELM!!!!!

Luftlinie Ufa – Omsk: 1110 km
Gefahrene Strecke: 1785 km

Bildschirmfoto 2018-05-30 um 14.00.27

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Absteige in Omsk

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2 Gedanken zu “Tag 11 & 12: No sleep ´til Hammersmith Vol II äh Omsk

  1. Ravensburg sagt:

    Hi Schraube,
    Das Garmin scheiße ist, hätte ich dir auch sagen können. Dafür musste du nicht nach Russland. Sprichst schon Russisch? Kannst Dich dann in Wittstock besser verständigen. 😉

    Liken

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